Eigenkapital: Ohne Erbe kein Wohneigentum?

18. Februar 2026

Warum der Traum vom Eigenheim heute oft an den Ersparnissen scheitert

Der Traum vom Eigenheim scheitert heute immer häufiger nicht am monatlichen Einkommen, sondern am fehlenden Eigenkapital. Käufer:innen müssen aktuell deutlich mehr Ersparnisse mitbringen als noch vor wenigen Jahrzehnten, um eine Finanzierung zu erhalten.

Die steigende Eigenkapitalquote seit der Zinswende

Eine Studie von Hüttig & Rompf zeigt, dass die Eigenkapitalquote von Selbstnutzern seit der Zinswende deutlich gestiegen ist. Während in den Jahren 2020 und 2021 oft noch rund 20 Prozent Eigenkapital ausreichten, erhöhte sich dieser Wert im Jahr 2025 auf durchschnittlich rund 27 Prozent. Gleichzeitig hat sich die monatliche Belastung durch die gestiegenen Zinsen spürbar erhöht, was die Hürden für Ersterwerber zusätzlich verschärft.

Historischer Vergleich: Ein Vierteljahrhundert Sparen

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch das Kiel Institut für Weltwirtschaft. Demnach benötigen Haushalte heute mehr als drei volle Jahresgehälter als Eigenkapital. Bei einer ambitionierten Sparquote von 20 Prozent müssen Kaufinteressierte rund 14 Jahre lang Geld zurücklegen, um diese Summe zu erreichen. Zum Vergleich: In den 1980er-Jahren reichte im Schnitt noch das 1,7-Fache eines Jahresgehalts aus, um eine solide Finanzierungsbasis zu schaffen.

Preise und Nebenkosten als Haupttreiber

Hauptverantwortlich für diese Entwicklung sind die weiterhin hohen Kaufpreise in Kombination mit den gestiegenen Kaufnebenkosten. Besonders die Grunderwerbsteuer wird hierbei als kritisches Hindernis gesehen, da sie reines Eigenkapital bindet, das nicht mitfinanziert werden kann.

Notwendigkeit für Reformen

Angesichts dieser Zahlen fordern Experten zunehmend politische Reformen. Diskutiert werden unter anderem Freibeträge bei der Grunderwerbsteuer für Ersterwerber oder staatliche Bürgschaftsprogramme, um die Einstiegshürden zu senken und Wohneigentum auch für Haushalte ohne großes Erbe wieder erreichbar zu machen. In unserer täglichen Beratung in Siek stellen wir fest, dass die frühzeitige Planung und das Nutzen von Fördermitteln heute wichtiger denn je sind.

Ihre Ulrike Dreyer

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